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ÖsterreichDonnerstag, 5. November 2026

Wien: Schon mehr Anträge auf Umwidmung als 2025 – Grüne wollen Airbnb-Apartments stoppen

Bis 10. Oktober 2026 gab es laut den Wiener Grünen 317 Anträge, Wohnungen in Beherbergungsstätten umzuwandeln. Sie wollen neue Tourismus-Apartments verbieten. Die eigene Wohnung 90 Tage im Jahr zu vermieten, soll erlaubt bleiben.

Am 20. Oktober hat der Wiener Landtag das Register für Kurzzeitvermietung ab 1. Jänner 2027 und strengere Regeln für Umwidmungen beschlossen, wir haben darüber berichtet. Den Grünen reicht das nicht. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 4. November 2026, vor einem Haus in der Währinger Martinstraße legten sie neue Zahlen vor und forderten weitere Verschärfungen.

Die Zahlen

Laut den Grünen wurden bis 10. Oktober 2026 insgesamt 317 Anträge eingebracht, Wohnungen in Beherbergungsstätten umzuwidmen. 85 davon sind bewilligt, der Rest wird noch geprüft. Im gesamten Jahr 2025 waren es 305 Anträge. Heuer gab es also schon nach gut neun Monaten mehr als im ganzen Vorjahr. Wichtig: Ein Antrag kann mehrere Wohnungen oder ein ganzes Haus betreffen, wie VIENNA.AT betont. In der Martinstraße 12 sollen laut Grünen alle elf Wohnungen zu Unterkunftseinheiten werden.

Nach Rechnung der Grünen erlaubt die neue Regel, dass 20 Prozent der Nutzfläche umgewidmet werden dürfen, theoretisch die Umwandlung von bis zu 100.000 Wiener Wohnungen. Das ist eine politische Schätzung, keine Zahl beantragter Umwidmungen. Laut „Heute“ sprechen die Grünen außerdem von mindestens 14.000 Wohnungen, die dauerhaft touristisch genutzt werden.

Was die Grünen fordern

  • Keine neuen Ausnahmebewilligungen für gewerbliche Kurzzeitvermietung, weder in noch außerhalb von Wohnzonen.
  • Bestehende Ausnahmebewilligungen sollen nach Ablauf nicht verlängert werden.
  • Eine klare Trennung zwischen Wohnhäusern und Hotels.
  • Die eigene Wohnung soll man weiter bis 90 Tage im Jahr vermieten dürfen, ohne den Wohnsitz aufzugeben.

Die Forderungen kommen aus der Opposition, das Gesetz vom Oktober hatten SPÖ und NEOS eingebracht. Ob die Stadt weitere Einschränkungen beschließt, ist offen. Gegenwind kommt vom Verband der Apartmentvermieter: Jede Umwidmung brauche eine Baubewilligung und unterliege denselben Auflagen wie ein Hotel, sagte dessen Vertreter laut „Heute“.

Was heißt das für euch?

Für euch ändert die Pressekonferenz rechtlich noch nichts. Es gelten die Regeln vom Oktober: Ab 1. Jänner 2027 braucht jede Kurzzeitvermietung eine Registrierungsnummer, und bei Umwidmungen müssen mindestens 80 Prozent der Nutzfläche Wohnraum bleiben. Die Forderungen zeigen aber, wohin die Debatte geht: Gewerbliche Apartments in Wohnhäusern stehen politisch unter Druck.

Wer in Wien in ein Apartment-Projekt investieren will, sollte das einrechnen und nicht auf dauerhaft verlängerte Ausnahmebewilligungen bauen. Wer nur die eigene Wohnung bis 90 Tage im Jahr vermietet, ist von den Forderungen nicht betroffen. Lasst euren Einzelfall bei der Stadt Wien oder einem Anwalt prüfen.

Regeln verstehen, bevor sie dich treffen

In Modul 8 zeigen wir dir, welche Gesetze, Steuern und Versicherungen für deine Kurzzeitvermietung wichtig sind.

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