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SchweizSonntag, 1. November 2026

Thun plant Anmeldepflicht und Schilder für Ferienwohnungen

Die Stadt will endlich wissen, wie viele Wohnungen an Feriengäste gehen. Dafür soll das Kurtaxreglement geändert werden. Ab 2028 könnte auch die Kurtaxe steigen. Am 19. November entscheidet der Stadtrat.

Der Thuner Gemeinderat, also die Stadtregierung, hat am 30. Oktober 2026 die Revision des Kurtaxreglements vorgestellt. Der Hintergrund: Die Stadt hat bisher kein Verzeichnis der Zweitwohnungen, die kurzzeitig vermietet werden, und damit keine verlässlichen Zahlen. Das soll sich ändern. Auslöser ist eine Motion, die der Stadtrat, das Parlament der Stadt, im Oktober 2024 überwiesen hat. Beschlossen ist noch nichts: Der Stadtrat stimmt am 19. November 2026 über die Vorlage ab.

Anmelden, beschildern, beobachten

Kern der Vorlage ist eine Anmeldepflicht für alle Räumlichkeiten, in denen kurtaxenpflichtige Gäste übernachten. Dazu kommen einheitliche Schilder, die gut sichtbar am Gebäude angebracht werden müssen. Außerdem soll ein Monitoring zeigen, wie sich das Angebot auf Plattformen wie Airbnb entwickelt. Darum kümmert sich die Tourismusorganisation Thun-Thunersee Tourismus, die im Auftrag der Stadt auch die Kurtaxe einzieht. Ab wann Anmeldung und Schilder gelten sollen, nennen die Berichte noch nicht.

Mehr Kurtaxe ab 2028

Thun-Thunersee Tourismus hat zudem eine Erhöhung ab 2028 beantragt. Der Grund sind stark steigende Kosten dafür, dass der öffentliche Verkehr in der Gästekarte enthalten ist. Für Chalets, Ferienwohnungen und Privatzimmer soll die Bandbreite von bisher 1.60 bis 3.20 Franken auf 2.60 bis 4.70 Franken steigen, für Hotels und Pensionen von 2 bis 4 Franken auf 3 bis 5.50 Franken. Der Stadtrat legt nur diese Bandbreiten fest, die genaue Höhe bestimmt danach der Gemeinderat. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen laut Radio BeO die Hälfte.

Was heißt das für euch?

Wenn ihr in Thun vermietet, müsst ihr heute noch nichts tun. Verfolgt aber den Entscheid vom 19. November und rechnet für 2028 mit einer höheren Kurtaxe, etwa bei langfristigen Preisen und Gästeinfos. Prüft auch schon jetzt, ob Schilder am Haus für euch ein Thema sind: Bei Eigentumswohnungen oder Mietobjekten könnte das Fragen an Verwaltung oder Vermieter auslösen.

Wer in Thun kaufen will, sollte strengere Regeln gleich mitrechnen. Die Details lasst im Einzelfall von der Stadt oder einer Fachperson prüfen.

Kurz notiert

Parallel läuft in Thun eine eigene Volksinitiative: SP, Juso, Mieterverband und Gewerkschaftsbund sammeln laut Bärner Bär seit Mai 2026 Unterschriften für höchstens 90 Nächte pro Jahr bei gewerblicher Kurzzeitvermietung und mindestens fünf Nächte pro Aufenthalt. Die Sammelfrist läuft bis Ende April 2027. Eine ähnliche Initiative gibt es in Interlaken.

Regeln und Abgaben im Griff behalten

In Modul 8 zeigen wir dir, welche Gesetze, Steuern und Versicherungen für deine Kurzzeitvermietung wichtig sind.

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